kreative Etappen Teil II - freie Langzeitbelichtung
- 11. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Überblick
Inspiration & Faszination: Von der Kontrolle zur Freiheit
In meiner ersten kreativen Etappe (siehe [Teil I – Spiegelungen]) experimentierte ich mit städtischen Details. Damals schuf ich durch kontrolliertes Spiegeln neue Muster – eine bewusste Veränderung der Realität. Doch als ich begann, mit der freien Langzeitbelichtung zu spielen, erlebte ich eine noch tiefere Faszination: Die Wirklichkeit wurde plötzlich zu einem völlig freien Feld für kreative Transformationen.
Die Veränderung war nun unvorhersehbar und spontan. Durch die Bewegung der Kamera während der Aufnahme entstand eine unkontrollierte Komponente, die jedes Foto zu einer Überraschung machte. Das Thema „Veränderung der Wirklichkeit“ blieb zentral, nahm aber eine neue, aufregendere Form an.

"Rush"
ISO 100 - 18-200 bei 44mm - f 9 - 1/3s
Entstehung des Bildes: Malen mit Licht
Während meiner Zeit an einer Fotodesignschule in Pforzheim machten wir im ersten Semester eine Exkursion nach Karlsruhe. Das Ziel war es, experimentelle Bilder zu erschaffen. Unsere Dozenten ermutigten uns, mit kurzen Langzeitbelichtungen ohne Stativ zu spielen – und schon nach der ersten Aufnahme war ich vollkommen begeistert: Es fühlte sich an, als würde ich direkt mit Licht malen. Ich war hin und weg.
"Rush" – Eine abstrakte Fantasiewelt
Das Bild "Rush" ist eines der ersten Werke dieser Exkursion. Ursprünglich zeigt es die Decke eines Gebäudes, durch deren Oberlichter Sonnenstrahlen auf einige Balken fielen. Durch eine halbe Drehbewegung der Kamera im Uhrzeigersinn verwandelte sich dieses statische Motiv in eine dynamische Fantasiewelt aus Licht und Bewegung.
Die Spannung, nicht genau zu wissen, wie das fertige Bild aussehen würde, faszinierte mich sofort. Diese Mischung aus bewusster Steuerung (wie der Drehbewegung) und dem Hauch von Schicksal, der das Endergebnis mitgestaltet, versetzte mich in wahre Begeisterung.
Schlussgedanken Wie bei vielen meiner Werke (z. B. "Smokey", siehe [Blogartikel]) entstand auch „Rush“ spontan und intuitiv. Es war mein Aufbruch in ein völlig neues Terrain, in dem das Überraschungsmoment die Hauptrolle spielt. Auch heute, zehn Jahre später, zieht mich diese Technik der abstrakten Bewegung immer noch in ihren Bann.





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