kreative Etappen Teil I - digitales Spiegeln
- 10. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Überblick

ISO 100 - 100mm - f 7,1 - 1/125s
"städtische Spiegelung"
Inspiration
Diese Phase meiner Fotografie war von der Faszination für das Unscheinbare geprägt. Meine Leidenschaft lag darin, mit Details meiner Umgebung zu experimentieren und durch digitale Spiegelungen neue, faszinierende Muster zu schaffen. Aus dem scheinbar Unsichtbaren etwas völlig Neues zu formen, weckte in mir eine tiefe Bewunderung für die verborgene Schönheit der Welt.
Das Bild "Städtische Spiegelung" entstand während eines Aufenthalts in Stuttgart. Es markiert für mich den Abschluss einer kreativen Phase, in der ich die Magie von Reflexionen erforschte und sie in neue Formen übersetzte.
Fotografie des Ausgangsmotivs
Nahe des Feuersees in Stuttgart saß ich an einem sonnigen Tag in einem schattigen Innenhof. Um mich herum lagen unscheinbare Gebäude, die keine besondere Schönheit ausstrahlten – bis ich die Spiegelungen in den Fensterscheiben entdeckte. Es war, als säße ich in einer Galerie, umgeben von leuchtenden, lebendigen Reflexionen. Die kräftigen Farben und sanften Lichtspiele, die von den sonnenbeschienenen Fenstern auf die Scheiben gegenüber geworfen wurden, verwandelten den ganzen Hof in ein lebendiges Kunstwerk.
Aus dieser Stimmung heraus zückte ich die Kamera.

ISO 100 - 100mm - f 7,1 - 1/125s
Das Ausgangsbild
Nachbearbeitung in Photoshop: die Metamorphose
Zu Hause angekommen spiegelte ich das Bild auf jeweils einer neuen Arbeitsebene mehrfach, um eine symmetrische Komposition zu schaffen.
Die Grafik zeigt Schritt für Schritt, wie aus dem Ausgangsbild durch diese Bearbeitungen das endgültige Bild entstanden ist. Mit jedem weiteren Schritt intensivierte sich die Symmetrie, und die Verspieltheit der ursprünglichen Verzerrungen trat in den Hintergrund, zugunsten einer klaren geometrischen Struktur.

Bilder um Uhrzeigersinn
1 - oben links: Ausgangsbild, 2 - oben rechts: erste Spiegelung (vertikal)
3 - unten rechts: zweite Spiegelung (horizontal), 4 - unten links: dritte Spiegelung (vertikal)
Zunächst nahm ich eine vertikale Spiegelung des Bildes vor, was den Eindruck der Balkone und Fenster verdoppelte und eine harmonische Symmetrie entstehen ließ.
Diese erste Spiegelung bewirkte bereits eine Verdichtung der Gitterstrukturen und der Farbkontraste.
Danach spiegelte ich das Bild horizontal. Dadurch erhielten die Balkone und Dachformen eine neue Position im Bild und zusätzliche Muster entstanden. Durch die Wiederholung der architektonischen Elemente trat die ursprüngliche, weiche Verzerrung der Fensterscheiben in den Hintergrund. Stattdessen gewannen die strukturellen Muster und die geometrische Ordnung die Oberhand.
Schließlich folgte eine weitere vertikale Spiegelung, die das endgültige Motiv schuf. Die mehrfache Spiegelung betonte nun die klaren Linien der Fensterrahmen und die warmen Farbflächen der reflektierten Fassaden, wodurch das ursprüngliche Motiv fast bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert wurde.
Schlussgedanken
Wie viele meiner früheren Werke (z.B. "Smokey" – eine duftende Rauchskulptur, siehe [letzter Blogartikel]) entstand auch dieses Bild spontan und intuitiv, als Teil meiner Entdeckungsreise zu den versteckten Schönheiten meiner Umgebung. Das Erstellen von Spiegelungen aus unscheinbaren Details war mein Einstieg in die Faszination der Fotografie (siehe [Blogartikel Nr. 1]).
Doch mit diesem Bild endete diese kreative Etappe des Spiegelns, und ich begann, in die geheimnisvolle Welt der Langzeitbelichtung einzutauchen.





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