Kenia-Fotoreise Teil 6: Auftanken am Lake Elementaita
- 16. März
- 2 Min. Lesezeit

Lebendige Stille und wohlige Sonnenstrahlen
Nach den kühlen und anstrengenden Tagen im Hochland der Aberdares führte uns die nächste Etappe zum Lake Elementaita. Der See liegt im Nakuru County, etwa 100 km nordwestlich von Nairobi, und gehört seit 2011 als Teil des „Kenianischen Seensystems im Great Rift Valley“ zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Die folgenden zwei Tage waren ausgefüllt mit tiefer Ruhe. Wir waren von der Kälte der Berge noch immer etwas erschöpft und genossen es umso mehr, wie die afrikanische Sonne die Wärme langsam in unsere Glieder zurückbrachte. Wir ließen es uns in der Lodge gut gehen und unternahmen ausgiebige Spaziergänge am Ufer des fischlosen Sees, der unzähligen Pelikanen, Flamingos und vielen anderen Vogelarten eine Heimat bietet.
Besonders die Flamingos hatten es mir angetan. Die Stimmung am See war faszinierend: Scharen von Vögeln tummelten sich am Wasser und erzeugten eine konstante, fast schon ohrenbetäubende Geräuschkulisse. Doch so laut dieses Geschnatter und Rufen auch war – auf mich wirkte es unglaublich beruhigend. Es war ein tiefes Gefühl von Weite und Lebendigkeit, das sich in mir ausbreitete.
Im Vergleich zur Wildnis der Aberdares war dieser Aufenthalt ein bewusster Moment des Innehaltens – ohne große Adrenalinschübe, dafür mit viel Raum für die kleinen, feinen Details der Natur. Und genau das war nach den vergangenen Tagen genau richtig.
Kleine Abenteuer am Rande
Dass die Tage am Lake Elementaita so entspannt waren, hieß aber nicht, dass es gar nichts zu entdecken gab. Es waren die kleinen, unerwarteten Momente, die diese Etappe abrundeten.
Ein echtes Highlight verdanke ich der Wachsamkeit eines Mitreisenden. Während ich gerade einen gemütlichen Mittagsschlaf hielt, klopfte er plötzlich an der Tür: In der Nähe der Lodge hatte er ein Eulenpaar entdeckt! Noch völlig schlaftrunken griff ich zur Kamera. Die beiden saßen dort so friedlich und majestätisch, dass sie das perfekte Motiv für diese ruhigen Stunden waren.

Ganz ohne echtes Herzklopfen ging es dann aber doch nicht: Bei einem unserer Spaziergänge trafen wir auf einen jungen Kuhhirten mit seiner Herde. Der Junge war sichtlich stolz auf seine Tiere, doch einer seiner Schützlinge fand unser Erscheinen wohl gar nicht lustig. Ein stattlicher Bulle fixierte uns, schnaubte bedrohlich und fing sogar an, mit dem Vorderhuf zu scharren – das sah nach einem unmittelbar bevorstehenden Angriff aus und wirkte in diesem Moment extrem brenzlich! Ich griff zur Kamera, kurz bevor der Junge das Tier mit wenigen Worten beruhigen konnte.


Das war er also, der einzige und absolut ungeplante Adrenalin-Lieferant dieses Aufenthalts. Ein kurzer, heftiger Weckruf in der Idylle, bevor wir schleunigst wieder das Weite suchten und uns den friedlicheren Vögeln widmeten.
Bildergalerie - Lake Elementaita
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